Theresa von Avila

Theresa wurde am 28.03.1515 in Avila geboren. Sie hatte noch 11 Geschwister. Zunächst plante sie zu heiraten wie andere Adelige ihres Alters auch. Aber dann trat sie überraschend 1535 in das Karmelitinnenkloster in Avila ein. Der Konflikt zwischen ihrer Liebe zu Gott und der Liebe zur Welt stieß sie in tiefe Krisen und lebensbedrohende Krankheit.
Nach 18 Jahren erfuhr sie innere Befreiung und begann, das Leben im Kloster zu reformieren. In nur 20 Jahren gründete sie 17 weitere Klöster und verfasste wichtige Lehrschriften.
Am 4.10.1582 starb Teresa und wurde 40 Jahre später heiliggesprochen. 1970 bekam sie vom Papst neben Katharina von Siena als 2. Frau den Titel einer Kirchenlehrerin zuerkannt. Ihr Festtag ist der 15. Oktober.

Auch wenn ihre Sprache ein wenig altmodisch ist, was sie dachte und sagte, erstaunlich aktuell, wie das folgende Gebet von ihr zeigt:

Herr meiner Seele!
Als Du noch in dieser Welt wandeltest, hast Du den Frauen immer Deine besondere Zuneigung bewiesen. Fandest Du doch in ihnen nicht weniger Liebe und Glauben als bei den Männern. Die Welt irrt, wenn sie von uns verlangt, daß wir nicht öffentlich für Dich wirken dürfen, noch Wahrheiten aussprechen, um derentwillen wir im Geheimen weinen, und daß Du, Herr, unsere gerechten Bitten nicht erhören würdest. Ich glaube das nicht, denn ich kenne Deine Güte und Gerechtigkeit, der Du kein Richter bist wie die Richter dieser Welt, die Kinder Adams; kurz nichts als Männer, die meinen, jede gute Fähigkeit bei einer Frau verdächtigen zu müssen. Aber es wird der Tag kommen, wo dieses alles bekannt wird. Ich spreche hier nicht für mich selbst, denn die Welt kennt meine Schwachheit. Aber ich werfe unserer Zeit vor, daß sie starke und zu allem guten begabte Geister zurückstößt, nur weil es sich um Frauen handelt.

Wir als Theresienschule unterhalten übrigens schon seit vielen Jahren guten Kontakt zum Karmelitinnenkloster in Cluny (Frankreich). Alle 2 Jahre haben Schülerinnen der Klassen 9/10 die Chance, einige Tage in diesem Kloster das Leben der Nonnen zu teilen.

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