Edith Stein (Teresia Benedicta a Cruce)

Edith Stein wurde am 12. Oktober 1891 als elftes Kind einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Breslau geboren. Sie studierte sie Philosophie, Psychologie, Geschichte und Germanistik in Göttingen. Bei dem berühmten Philosophen Edmund Husserl promoviert sie mit einer Arbeit über "Das Problem der Einfühlung".

Der Tod eines guten Freundes - ein evangelischer Theologe, der im ersten Weltkrieg fällt - schockiert Edith Stein. Als sie seiner Witwe begegnet, ist sie stark verunsichert und erkennt, dass die gläubige Christen trotz ihres Schmerzes sie, die Suchende, tröstet. Edith Stein ist von der Kraft des Glaubens tief beeindruckt. Eine ganze Nacht hindurch liest die gefesselt ein Werk von Teresa von Ávila. Als sie das Buch zuschlägt, sagt sie: "Das ist die Wahrheit!" Daraufhin konvertiert sie 1922 zum katholischen Glauben. 

Obwohl sie sich bereits mit Gedanken über den Eintritt in ein Kloster mit sich trägt, wird sie aus Rücksicht auf ihre jüdische Mutter Lehrerin am Dominikanerinnen-Kloster Sankt Magdalena in Speyer. 1932 wird sie Dozentin am Deutschen Institut für wissenschaftliche Pädagogik in Münster. 1933 belegten sie die Nationalsozialisten mit einem Lehrverbot.

Nach ihrer Entlassung setzte Edith Stein den schon länger gefassten Entschluss, in den Karmelitinnen-Orden Teresa von Ávilas einzutreten, in die Tat um. Am 14. Oktober 1933 trat sie in den Kölner Karmel ein. Bei ihrer Einkleidung wählte sie den Namen Teresia Benedicta a Cruce. Im Dezember 1938 siedelte sie in den Karmel Echt in den Niederlanden über. Am 2. August 1942 von der Gestapo verhaftet, starb sie am 9. August 1942 in den Gaskammern von Auschwitz.

1987 wurde Edith Stein von Papst Johannes Paul II. selig, 1998 heilig gesprochen - als erste Katholikin jüdischer Abstammung.

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