Mutter Teresa

Mutter Teresa, mit bürgerlichem Namen Agnes Gonxha Bojaxhio (1910-1997) stammt aus dem albanischen Skopje (heute Makedonien). Sie wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Mit 18 Jahren beschloss sie, Nonne zu werden, und reiste nach Irland, um dem Orden der Schwestern von Loreto beizutreten. 1937 legte sie ihr Ordensgelübde ab, nachdem sie bereits im Mai 1931 hatte sie zu Ehren der heiligen Theresia von Ávila ihren Ordensnamen Teresa angenommen hatte.

Teresa wurde als Direktorin einer Missionsschule für Mädchen nach Kalkutta geschickt. 1948 gab sie ihren Posten auf und widmete sich fortan getreu ihrem Lebensmotto „Ich bin nur ein kleines Kabel – Gott ist der Strom”, ganz der Sorge für die Sterbenden, Waisen und Kranken (vor allem für die Leprakranken).

1950 gründete Teresa in Kalkutta den Orden Missionaries of Charity (Missionarinnen der Nächstenliebe). 1962 wurde unter der Leitung von Mutter Teresa die Leprakolonie Shanti Nagar (Stadt des Friedens) eröffnet. Inzwischen ist der Orden, dem auch ein Zweig für Männer angeschlossen ist, weltweit verbreitet und zählte 2003 mehr als 4 500 Mitglieder in über 700 Gemeinschaften. Dem Orden unterstehen in 133 Ländern mehr als 700 Waisenhäuser, Kliniken und Schulen. Neue Mitglieder müssen bei ihrer Aufnahme vier Gelübde ablegen, mit denen sie sich zu einem Leben in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam sowie zum Leben im Dienst der Bedürftigen verpflichten.

Mutter Teresa hatte ziemlich konservativen Ansichten, die nicht immer die Zustimmung aller fanden. Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises 1979 hatte sie bereits den Schwangerschaftsabbruch als „die größte Bedrohung des Weltfriedens” angegriffen.

Sie hat bereits zu Lebzeiten zahlreiche bedeutende Auszeichnungen erhalten, als bedeuntenste Ehrung 1979 den Friedensnobelpreis. Im März 1997 gab sie alters- und krankheitsbedingt die Leitung der Missionaries of Charity an Schwester Nirmala ab. Ein halbes Jahr später, am 5. September 1997, starb die als „Engel der Armen” verehrte Teresa in Kalkutta, und am 13. September wurde sie mit einem Staatsakt im Mutterhaus des Ordens beigesetzt.

Auch nach ihrem Tod wuchs die Zahl der Mitglieder der Missionaries of Charity kontinuierlich. Nicht zuletzt aufgrund ihrer immensen internationalen Popularität wurde Mutter Teresa nur sechs Jahre nach ihrem Ableben am 19. Oktober 2003 von Papst Johannes Paul II. im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich seines 25-jährigen Dienstjubiläums selig gesprochen. Zu der Zeremonie, die auch weltweit im Fernsehen übertragen wurde, versammelten sich etwa 300 000 Menschen auf dem Petersplatz in Rom.

Quelle: Microsoft Encarta

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